Superbowl schauen? Ich machs, aber ich leide …


Bin ich ein Football-Fan? Nein? Mag ich es, die halbe Nacht wach zu bleiben? Nein, eigentlich auch nicht. Bin ich ein grosser Fan von Shakira oder Jennifer Lopez? Nein auch das nicht. Aber trotzdem schaue ich beinahe jährlich den Superbowl mit Freunden. Die Nacht ist super, der Morgen danach weniger.

Dieses Jahr war ich eingeladen bei einem Freund, der die geniale Idee hatte, parallel zum Superbowl einen 3-Gänger zu servieren. Also vor dem Superbowl gibts die Vorspeise, in der Pause die Hauptspeise und danach den Nachtisch. Begonnen hat alles um 23.00 Uhr.

Meine Vorfreude war riesig. Aufgrund eines Unfalls bin ich aktuell von der Arbeit krankgeschrieben. Das heisst, dass ich am Tag nach dem Superbowl nicht arbeiten musste. Auch die anderen Teilnehmer hatten sich so arrangiert, dass sie am Montag (also heute) nicht arbeiten mussten. In anderen Jahren haben wir es auch schon so gemacht, dass es niemandem erlaubt war, den Tag danach frei zu nehmen. Das wird jetzt aber langsam zu hart. Gehst du am Montagmorgen um 05.00 Uhr ins Bett, spürst du das bis am Donnerstag, mindestens.

Der Superbowl hat einen grossen Nachteil: Er beginnt erst um 00:30 Uhr. Nachteil deshalb, weil man logischerweise um diese Uhrzeit (insbesondere in der Nacht von Sonntag auf Montag) normalerweise schläft. Der Superbowl ist somit auch ein Kampf gegen den eigenen Schlaf-Wach-Rhythmus. Jeder macht sich da vorgängig seine Gedanken, wie er mit der Müdigkeit umgehen soll. Grundsätzlich gibts aber nur drei Strategien. Koffein, Alkohol oder Schlafen.

Wars nun ein guter, geiler, langweiliger Abend? Natürlich war es lustig. Lustig deshalb, weil er alles beinhaltete, was zu einem Superbowl-Event unter Freunden gehört. Gute Stimmung, Essen, Alkohol und natürlich die Müdigkeit.
Es ist doch faszinierend zu sehen, wie schlussendlich niemand etwas gegen Müdigkeit machen kann. Natürlich kannst du sie für eine gewisse Zeit unterdrücken. Aber irgendeinmal kommt sie zurück und packt dich rücksichtslos. So war das auch gestern. Gegen 04.00 Uhr war es kein energiegeladener Abend unter Freunden mehr. Nein, es erinnerte eher an ein Psychologie-Experiment oder an eine Bestrafung. Blickte man in die Runde, hatte man das Gefühl, dass eigentlich alle jetzt lieber im Bett wären und dass es jetzt eigentlich beinahe niemanden mehr interessiert, wer dieses Spiel gewinnen würde. Bei einigen fielen die Augen zu. Sie hatten den Kampf verloren. Die meisten aber kämpften tapfer bis zu Ende. Und ich bin mir sicher, dass die meisten heute Montagmorgen aufwachen und sich auch fragen, weshalb man sich das jedes Jahr wieder antut …


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